| Preissyteme:
Folgen
Folgen für
Anbieter und Verbraucher
Da die meisten Services auf eine Verringerung
der Preise abzielen, werden Preise für standardisierte Produkte insgesamt
unter Druck geraten. Insbesondere E-Commerce-Angebote werden dieses zu
spüren bekommen, da im Internet besonders einfach der Anbieter
austauschbar ist. Teilweise dürfte sich der zunehmende Preisdruck auch
auf Angebote des "Real-Commerce" auswirken. Es dürfte
interessant sein zu beobachten, was passiert, wenn ein Käufer in einem
großen Elektronic-Fachmarkt an dem dort aufgestellten Internet-PC
Angebote und Preise findet, die 10-25% unter den Ladenpreisen liegen - und
dann noch Rabatt-Marken sammeln kann...
Absehbar ist, dass sich bei
Standard-Angeboten die Preise noch stärker den Grenzpreisen nähern
werden, d.h. das der Anbieter nur noch die direkt zurechenbaren Kosten als
Preis erhält.

Entscheidend wird sein, dass alle kostenintensiven Prozesse
sowie die variablen Kosten weitgehend optimiert sind. Bei Standard-Angeboten dürfte dies
insbesondere denjenigen gelingen, die große Mengen eines Produktes
umsetzen. Kleinere Anbieter werden die auftretenden Fixkosten für
Betrieb, Personal, usw. immer weniger erlösen. Zusätzlich können Sie
nicht genügend Mengenrabatte beim Einkauf realisieren. Es
entsteht zunehmend die Gefahr, dass dauerhaft Defizite
auftreten.
Die folgende Grafik soll diesen
Zusammenhang visualisieren. Bei einem "normalen" Gewinn pro
Produkt - wie hoch der auch immer in der jeweiligen Branche sein mag -
können in absehbarer Zeit die Fixkosten durch variable Erlöse
ausgeglichen werden (Variante A). In einem Markt mit extrem geringen Gewinnen pro
verkauftem Produkt muss die große Menge verkaufter Produkte bzw. deren
Gewinn die Fixkosten abdecken (Variante B). Wie hoch die Fixkosten und Einzelerlöse
des einzelnen Shops sind entscheidet also über die Ertragspotentiale.

Auch wenn dieser Zusammenhang
trivial ist, so wird er trotzdem oftmals nicht genügend berücksichtigt. Im Rahmen eines geeigneten Business-Modells sollte diese Problematik
analysiert und die entsprechenden Risiken berechnet werden.
Da die Fiskosten für einen Shop sehr hoch
sein können, müssen entweder die Erlöse pro Produkt oder die Anzahl
verkaufter Produkte angemessen sein. In einem Markt mit normalen
Fixkosten und geringen Gewinnen pro Produkt wird es nur wenige Anbieter
geben, die genügende Umsatzzahlen erreichen. Der Rest wird keine Gewinne
oder sogar Verluste realisieren. Für diese Anbieter wird sich der Shop
nicht lohnen und sie werden aufgeben oder den Shop an größere Anbieter
verkaufen.
In einem nächsten Schritt werden die
großen Anbieter umsatzschwache Produkte teilweise oder ganz aus dem Angebot nehmen, da
sie hiermit auch keine ertragreichen Deckungsbeiträge erzielen können.
Es entsteht das in vielen Bereichen bekannte "Einheitsangebot",
wie z.B. in Baumärkten, Elektronik-Märkten, usw.
Hierdurch könnten für kleinere Anbieter
Marktnischen entstehen und nutzbar sein, d.h. sie können durch ausgewählte
Spezialprodukte oder auch Zusatzservice, regionale Präsenz, o.ä. Kunden von ihrem Angebot
überzeugen und gewinnen.
Der Wiskey-Handel mit Produkten von 250
schottischen Destillerien wird sich gegenüber dem Großmarkt-Anbot bei
Kennern wahrscheinlich als erste Adresse durchsetzen können. Anbieter,
die nach erfolgtem Kauf dem Kunden das TV-Gerät vor Ort installieren und
20 Kanäle einstellen haben weiterhin einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber
reinen Versendern.
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